Welche Heiztechnologie lohnt sich über die gesamte Lebensdauer betrachtet wirklich?
Wie verändern Förderung, CO₂-Preise im EU-ETS 2 und die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes diese Rechnung?
Und lohnt sich der Umstieg von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe für ein konkretes Gebäude?
Das EWI-Wärmekosten-Tool ist ein Excel-basiertes Berechnungstool, mit dem sich die Lebenszykluskosten verschiedener Heiztechnologien für Wohngebäude vergleichen lassen. Es berechnet die annualisierten Vollkosten, also Wärmegestehungskosten in ct/kWh sowie jährliche Heizkosten in EUR/Jahr, für acht dezentrale Heiztechnologien, von der Erdgasheizung über verschiedene Wärmepumpentypen bis zur Pellet- und Hybridheizung. Dabei berücksichtigt das Tool regulatorische Rahmenbedingungen: CO₂-Kosten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2), staatliche Investitionsförderungen sowie die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes.
Abbildung 1: Ergebnisabbildung
Das EWI-Wärmekosten-Tool für Beratung und Forschung
Das Tool macht die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Heizungsentscheidung für ein konkretes Gebäude direkt sichtbar und unterstützt so fundierte Investitionsentscheidungen unter aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen.
Das EWI-Wärmekosten-Tool im Einsatz:
Technologievergleich: Lebenszykluskosten verschiedener Heiztechnologien für individuelle Wohngebäude gegenüberstellen
CO2-Vermeidungskosten: Kosten klimafreundlicher Heizungstechnologien gegenüber konventionellen Gasheizungen quantifizieren
Förderwirkung: Auswirkungen staatlicher Förderprogramme auf die Heizkostenstruktur analysieren
Sanierungsplanung: Einsparpotenziale durch gebäudebezogene Sanierungsfahrpläne quantifizieren
Sensitivitätsanalysen: Zukünftige Heizkosten bei unterschiedlicher Preisentwicklung von Energieträgern (Strom, Gas, Biogas, Pellets) und CO₂-Kosten bestimmen
Investitionsentscheidung: Eigentümer, Energieberater:innen und Wohnungsunternehmen bei der Wahl neuer Heizungsanlagen unterstützen
Das EWI-Wärmekosten-Tool im Detail
Das EWI-Wärmekosten-Tool ist ein Excel-basiertes Berechnungstool. Für vorgegebene Typgebäude oder ein individuelles Gebäude wird der jährliche Nutzwärmebedarf über das Monatsbilanzverfahren nach der technischen Normenreihe DIN V 18599 berechnet; die Heizkosten werden als annualisierte Vollkosten über eine Lebensdauer von 20 Jahren ermittelt. Für jede der acht Heiztechnologien berechnet das Tool sowohl die Wärmegestehungskosten (in ct/kWh) als auch die durchschnittlichen jährlichen Gesamtkosten (in EUR/Jahr). Es handelt sich dabei um eine Vollkostenrechnung, nicht um eine Optimierung: Das Tool vergleicht Technologien, wählt aber nicht automatisch eine optimale Lösung aus.
Eine weitere Funktion ist die Berücksichtigung eines individuellen Sanierungsfahrplans: Für alle Bauteile der Gebäudehülle (Dach, Außenwand, Kellerdecke, Fenster) lässt sich ein Sanierungszeitpunkt angeben, wahlweise mit konventioneller oder zukunftsweisender Sanierungstiefe. Sanierungen mindern den Wärmebedarf und damit die Heizkosten eines Gebäudes.
Schematische Darstellung des Modells
Abbildung 2: schematische Darstellung des Tools
Das Tool berücksichtigt neben individuellen Gebäudeeigenschaften auch Wetter- und Nutzungsdaten. Wetterdaten stehen für die 15 Klimaregionen der DIN V 18599 zur Verfügung, Nutzungsdaten lassen sich individuell eintragen, etwa die stündliche Soll-Innentemperatur.