Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln gGmbH

Das war die Cologne International Energy Summer School 2019

Das war die Cologne International Energy Summer School 2019
Die Teilnehmenden der Cologne International Energy Summer School 2019 / participants of Cologne International Energy Summer School 2019

29. Juli 2019 | Nach fünf intensiven Tagen ist am vergangenen Freitag die Cologne International Energy Summer School (CIESS) zu Ende gegangen. Das EWI und der IS3-Lehrstuhl der Universität zu Köln hatten fortgeschrittene Master-Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden nach Köln eingeladen. Gekommen waren 23 Teilnehmende unterschiedlicher Fachrichtungen aus der ganzen Welt, darunter Indien, Türkei, Island, Frankreich und Italien. Sie diskutierten eine Woche lang über energie- und umweltökonomische Fragen – betrachtet mit den Werkzeugen der Digitalisierung.

„Die Energiewende ist komplex, dringend und extrem weitreichend. Um sie zu meistern, brauchen wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit fundiertem Wissen und interdisziplinären Fähigkeiten, jetzt und in den nächsten Jahrzehnten“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Ketter, Direktor des EWI und Initiator von #CIESS19. „Unsere Summer School und unsere PASS-Teilnehmenden kamen aus den verschiedensten Bereichen, von der Wirtschaft über die Informatik bis hin zum Ingenieurwesen. Insgesamt hatten wir eine wunderbare, herausfordernde, energieintensive Woche.“

Inhaltlich ging es zunächst um die grundsätzlichen Herausforderungen von Energiesystemen auf dem Weg hin zu erneuerbaren Energien. Prof. Srinivasan Keshav (University of Waterloo, Canada) legte in seinen Vorträgen den Fokus auf Smart Grids, Solarenergie und Speicher. Auch Methoden des Demand Response wurden ausführlich thematisiert. Sein Standpunkt: In Zukunft wird es wichtig sein, Angebot und Nachfrage von Strom zu entkoppeln und Flexibilitäten zu heben.

Keshav skizzierte ebenfalls die Grundlagen der Blockchain-Technologie. Diese könnte in Zukunft in unterschiedlichen Anwendungsfeldern von Nutzen sein. Darunter fallen die Schaffung von Märkten (Peer-to-Peer-Trading), marktbasierte Instrumente (Handel mit Grünstrom- oder CO2-Zertifikaten) sowie insgesamt Auditing, also Transparenz und Vertrauen herzustellen.

Viel Gelegenheit zum Netzwerken

Darüber hinaus stellte Gayathri Prakash (IRENA) eine globale Roadmap bis 2050 vor. Mit Prof. Haldun Aytug (Warrington College of Business, University of Florida, USA) tauchten die Teilnehmenden intensiv ins Thema Machine Learning ein, insbesondere das sogenannte Reinforcement Learning. Dabei erfährt ein Agent oder eine Agentin Umwelteinflüsse, führt eine Aktion aus und lernt über die Zeit Verhalten durch Belohnung. Dieses Prinzip nutzen etwa die selbstlernenden Broker, die im Rahmen von PowerTAC programmiert werden.

Neben den inhaltlichen Diskussionen nutzten die Teilnehmenden intensiv die Möglichkeit zum Netzwerken und auch persönlichen Austausch. Dazu gab es nicht nur in den Pausen Gelegenheit, sondern auch auf einer Exkursion in den größten Braunkohletagebau Deutschlands, Garzweiler.

PASS-Workshop und Sieger von PowerTAC

Am Donnerstagabend ging dann die Summer School in den „Workshop on Policy, Awareness, Sustainability and Systems“ (PASS) über. Hier hatten die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Gelegenheit, ihre eigene Forschung vorzustellen und Feedback zu erhalten. Darunter waren nicht nur die Teilnehmenden der Summer School, sondern weitere 30 junge Forscherinnen und Forscher. Die Themen waren breit gefächert und reichten von smarter Mobilität über erneuerbare Energiesysteme, Kreislaufwirtschaften und Verhaltensforschung zu Nachfrageflexibilität.

Außerdem stellten einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Beiträge zu PowerTAC vor. PowerTAC ist eine Open-Source-Plattform, die hoch komplexe gegenwärtige und zukünftige Strommärkte simuliert. Auf der Plattform treten selbst lernende Handelsagenten („Broker“) gegeneinander an. Sie wurde von EWI-Direktor Wolfgang Ketter und John Collins (University of Minnesota, USA) aufgebaut.

In diesem Jahr wurden Grigorios Christainas, Lampros Makrodimitris und Andreas Symeonidis (University of Thessaloniki, Griechenland) für das beste Modell ausgezeichnet.