Das EWI untersucht im Rahmen des Kurzgutachtens „Ausgaben für das Gassystem in Deutschland – Eine Analyse der historischen Entwicklung“ die Höhe, Verwendung und Verteilung der Ausgaben für das Gassystem zwischen 2010 und 2024.
Bis 2021 betrugen die direkten Ausgaben durchschnittlich 4,4 ct2024/kWh pro Jahr, seit 2022 durchschnittlich 9,3 ct2024/kWh, bei gleichzeitig sinkender Nachfrage. Die Gaskrise markiert damit einen klaren Bruch. Seit der Gaskrise sind die Ausgaben für Beschaffung und Handel deutlich gestiegen. Im Durchschnitt lagen sie 2022–2024 mehr als doppelt so hoch wie in den Jahren 2010–2021. Treiber waren höhere Gaspreise, staatliche Krisenmaßnahmen und die CO₂-Bepreisung. Die realen Netzausgaben blieben dagegen über den gesamten Zeitraum weitgehend konstant.
Bis einschließlich 2021 wurden die Ausgaben im Gassystem vollständig privat getragen. Erst mit der Energiekrise 2022 übernahmen öffentliche Haushalte Teile der Ausgaben für Beschaffung und Vertrieb. Die öffentlichen Mittel entfielen dabei vor allem auf die Gaspreisbremse und die Dezember-Soforthilfe. Hinzu kamen Zuschüsse für LNG-Terminalinfrastruktur sowie Maßnahmen im Zusammenhang mit Gasreserven.