Die Studie „Dezentrale Energiesysteme – Vergleich von Konzepten zur Koordination lokaler Flexibilität und ihrer Umsatzbarkeit“ vergleicht zwölf Konzepte dezentraler Energiesysteme, die das Ziel verfolgen, dezentrale Flexibilität zu mobilisieren und Erzeugung, Verbrauch und Flexibilität lokal besser aufeinander abzustimmen. Zu den untersuchten Konzepten gehören zeitvariable Netzentgelte, virtuelle Kraftwerke, Mieterstrom, Redispatch 2.0 und 3.0, Microgrids, Energy Sharing (Community), lokale Flexibilitätsmärkte, Smart Grids und Smart Markets, Peer-to-Peer sowie zellulare Energiesysteme. Jedes Konzept wird anhand seiner wesentlichen Charakteristika, der geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen und der bestehenden Umsetzungshürden beschrieben und anschließend qualitativ entlang der beiden Dimensionen Effizienz und Umsetzbarkeit in der heutigen Struktur und Regulatorik des Energiesystems verortet.
Die Analyse zeigt, dass Konzepte mit dem höchsten Effizienzpotenzial, darunter Smart Markets, lokale Flexibilitätsmärkte und zellulare Energiesysteme, orts- bzw. netzzustandsabhängige Preissignale erzeugen und damit die Knappheit an Netzkapazität explizit adressieren. Ansätze, die primär auf Eigenverbrauch (Mieterstrom, Microgrid) oder auf eine marktgetriebene Vermarktung ohne Netzbezug (virtuelle Kraftwerke) setzen, erzielen dagegen nur begrenzte Effizienzgewinne. Zugleich befinden sich die Konzepte in sehr unterschiedlichen Umsetzungsstadien: Während einige bereits regulatorisch verankert sind, existieren andere bislang nur in Pilotprojekten oder als theoretisches Konzept. Entscheidend für die Mobilisierung dezentraler Flexibilität ist daher, dass Koordinationsmechanismen den Ort und den Zeitpunkt knapper Netzressourcen in ihre Anreizstruktur integrieren.