Die Analyse untersucht den Nutzen von Großbatteriespeichern im deutschen Stromsystem sowie die Kosten eines verzögerten Ausbaus, die mit dem Zubau fluktuierender Erzeugung, dem Rückbau steuerbarer Kraftwerke und einer steigenden Stromnachfrage zunehmend an Bedeutung gewinnen. Vor dem Hintergrund unsicherer Investitionsbedingungen durch laufende Anpassungen des Marktdesigns wie Netzentgeltreform, Netzpaket und FCAs steht die Frage im Fokus, welche systemischen Effekte ein langsamerer gegenüber einem schnelleren Hochlauf von Großbatteriespeichern auslöst. Die Auswirkungen werden dabei entlang dreier Bereiche strukturiert: Markteffekte, Netzeffekte und sonstige Effekte auf Versorgungssicherheit und Resilienz.
Zunächst werden zwei unterschiedlich schnelle Ausbaupfade definiert, die sich in ihrer Ausbaugeschwindigkeit um das Dreifache unterscheiden und bei ansonsten konstanten Rahmenbedingungen ausschließlich die installierte Batterieleistung variieren. Darauf aufbauend werden die Markteffekte mithilfe des Strommarktmodells MELI modellbasiert ermittelt und anhand ausgewählter Indikatoren wie variabler Systemkosten, Strompreiseffekte und des Marktwerts von EE-Strom quantifiziert. Die netzseitigen Wirkungen auf Engpassmanagement und Netzausbaubedarf werden ebenso wie die Beiträge zur Versorgungssicherheit und Resilienz literaturbasiert untersucht und eingeordnet. Abschließend werden die Effekte auf die Endverbraucherpreise betrachtet, die den Nutzen eines beschleunigten Ausbaus über die rein marktlichen Effekte hinaus verdeutlichen.