Die Arbeitsgruppe „Regulierung“ der vier Kopernikus-Projekte legt in einem gemeinsamen Kurzpapier dar, wie die Netzentgeltsystematik an die Erfordernisse der Energiewende angepasst werden muss. Das Papier, verfasst von Forschenden der Projekte Ariadne, SynErgie, ENSURE und P2X, liefert einen Beitrag zur aktuellen Debatte um eine zukunftsfähige und kosteneffiziente Gestaltung der Stromnetzentgelte.
Die Transformation des Energiesystems verursacht einen erheblichen Anstieg der Netzkosten in den deutschen Stromnetzen, mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 520 bis 600 Milliarden Euro bis 2045. Die Autoren argumentieren, dass die aktuelle Netzentgeltsystematik mit ihren statischen Preisen keine Anreize für eine flexible, netzschonende Nutzung des Stroms bietet. Ein solches „systemdienliches Verhalten“ von Verbrauchern, Erzeugern und Speichern ist jedoch entscheidend, um den teuren Netzausbau zu begrenzen und die Betriebskosten zu senken.
Als eine zentrale Ausgestaltungsoption empfiehlt das Papier daher eine Dynamisierung der Netzentgelte. Die Idee dahinter ist, Netzknappheiten in ein zeitlich und räumlich differenziertes Preissignal zu überführen, um eine netzdienliche Nutzung anzureizen. Die Forschenden betonen zugleich, dass die Ausgestaltung der Netzentgelte deutliche Verteilungseffekte nach sich zieht und die soziale Verträglichkeit für alle gewährleistet bleiben sollte.