An welchem Standort neue Wind-, Solar- oder Gaskraftwerke gebaut werden, hängt derzeit vor allem von verfügbaren Flächen und den Erzeugungskosten am jeweiligen Standort ab – die Kosten für Netzausbau und Engpassmanagement bleiben dabei außen vor. Mehrere Reformvorschläge, insbesondere der aktuelle Gesetzentwurf zum „Netzpaket„, sollen das ändern. Die Analyse vergleicht sieben aktuell diskutierte oder bereits implementierte Instrumente zur räumlichen Steuerung von Investitionen in Stromerzeugungsanlagen: Redispatch-Vorbehalt, Baukostenzuschüsse, flexible Anschlussverträge, eine Gebotszonenteilung, dynamische Netzentgelte sowie eine räumlich differenzierte Vergütung im EEG und in Kapazitätsmechanismen. Die Instrumente werden zunächst einzeln anhand ihrer Wirkung auf die Profitabilität von Erzeugerinvestitionen an Standorten mit hohen und niedrigen Netzkosten betrachtet. Auf dieser Basis bewertet die Analyse ihre Effizienzwirkung (Standorteffizienz, Einsatzeffizienz und Investitionssicherheit) sowie ihre Verteilungswirkung auf Erzeuger, Netzbetreiber, Verbraucher und Staat. Anschließend werden mögliche Kombinationen der Instrumente und ihre Wechselwirkungen diskutiert.

Keines der Instrumente steuert Investitionen vorbehaltlos: Alle Instrumente können die Standorteffizienz verbessern, jedoch überwiegend mit Nebenwirkungen bei Einsatzeffizienz oder Investitionssicherheit. Eine Gebotszonenteilung sowie die räumliche Steuerung über EEG oder Kapazitätsmechanismen erscheinen zunächst relativ effizient, haben jedoch erhebliche Nachteile in der Umsetzung. Redispatch-Vorbehalt, flexible Netzanschlussverträge und dynamische Netzentgelte verschlechtern tendenziell Einsatzeffizienz und Investitionssicherheit, wobei sich diese Nachteile nur teilweise beheben lassen. Als vielversprechend erweist sich hingegen eine Kombination aus Baukostenzuschüssen und Einspeisebegrenzungen: Würden Baukostenzuschüsse nur auf eine sichere Teilanschlussleistung erhoben und darüber hinaus eine optionale, dynamisch begrenzte Einspeisung ermöglicht, ließen sich sowohl Netzengpass- als auch Netzausbaukosten internalisieren und Nachteile hinsichtlich Einsatzeffizienz und Investitionssicherheit reduzieren.