Beim Import von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten sind nicht nur die Kosten entscheidend, sondern auch die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen im Exportland. Diese beeinflussen vor allem die Versorgungssicherheit und damit das Risiko der Importabhängigkeit. Die Sicherung strategischer Partner innerhalb und außerhalb der EU ist für die Wasserstoffimportstrategie Deutschlands von entscheidender Bedeutung.
Die Analyse „Supply Security of Green Hydrogen and Ammonia Imports to Germany – Assessing export countries’ supply costs and score performance“ des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) bewertet die Risiken für Importe von grünem Wasserstoff und Ammoniak aus ausgewählten Ländern weltweit, mit denen Deutschland bereits Wasserstoff-Partnerschaften unterhält. In der Analyse werden die Produktions- und Transportkosten für Wasserstoff und Ammoniak im Jahr 2030 basierend auf dem EWI Global PtX Cost Tool mit dem EFES dieser Länder verglichen. Während die Beschaffungskosten die wirtschaftliche Effizienz bestimmen, sind die politische, soziale und wirtschaftliche Stabilität des Exportlandes entscheidend für die Versorgungssicherheit.
Die Ergebnisse zeigen: Importe von grünem Wasserstoff aus EU-Ländern weisen verhältnismäßig geringe Lieferkosten und einen hohen Score auf, insbesondere wenn Pipeline-Infrastruktur bereits vorhanden ist. Die global niedrigsten Importkosten gehen dagegen oft mit einem niedrigeren Score einher.