Am 30. Juni 2026 endete für Großstädte die Frist zur Erstellung eines kommunalen Wärmeplans (KWP). Die Wärmepläne liefern damit erstmals ein flächendeckendes Zielbild für die Wärmeversorgung. Die Analyse „Vom Wärmeplan zur Wärmewende – Was die KWP in Großstädten leistet und wo sie an ihre Grenzen stößt“ wertet die Umsetzungsstrategien aller 57 veröffentlichten Großstadt-Wärmepläne aus, ordnet die Grenzen des Instruments ein und diskutiert Handlungsoptionen innerhalb und außerhalb des Wärmeplanungsgesetzes.
Alle 57 Pläne sehen ein Monitoring des Fortschritts und die Sanierung eigener Liegenschaften vor, 50 wollen die Wärmeplanung in der Bauleitplanung verankern, 45 fordern Transformationspläne für bestehende Wärmenetze. Am konkretesten sind die Pläne dort, wo Kommunen selbst handeln: bei eigenen Gebäuden, in der Verwaltung und in der Beratung. Verbindliche Instrumente wie ein Anschluss- und Benutzungszwang für Wärmenetze nutzen bisher nur wenige Städte, etwa Hannover.
Innerhalb der Wärmeplanung identifiziert die Analyse vier Verbesserungsoptionen: einheitliche Korridore für Szenarioannahmen, besseren Datenzugang, Netzkostenkennwerte für den Wirtschaftlichkeitsvergleich und eine Kopplung mit den künftigen Verteilernetzentwicklungsplänen der Gasnetzbetreiber. Sie machen die Gebietseinteilung belastbarer, aber nicht verbindlicher. Dafür kommen Instrumente außerhalb des Wärmeplanungsgesetzes infrage: kommunale Satzungen zur Nachfragesicherung für Wärmenetze, Festsetzungen in Bebauungsplänen, landesrechtliche Anforderungen an die Heizungswahl sowie eine gezielte Förderung von Flexibilität und Sanierung.