Der wissenschaftliche Beirat des EWI hat in Köln getagt. Diskutiert wurden aktuelle Forschungsschwerpunkte und strategische Weiterentwicklungen des Instituts. Zudem stellten Forschende laufende Forschungsarbeiten vor.
Der wissenschaftliche Beirat des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) hat am 28. August 2025 in Köln getagt. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Forschungsschwerpunkte des EWI, deren geplante strategische Weiterentwicklung des Instituts. Neben übergreifenden Fragen wurden konkrete Forschungsprojekte und -vorhaben vorgestellt.
Im Themenbereich „Strommärkte & Verteilnetze“ präsentierte Jun.-Prof. Dr. Oliver Ruhnau, Research Scientist am EWI, das Forschungsprogramm „Integriertes Strommarktdesign“, sowie aktuelle Studien zu Netzanschlüssen von Wind und PV und zu dezentralen Flexibilitäten. „Mit unseren Arbeiten zu Marktdesignthemen in Stromverteilnetzen adressieren wir den Forschungsbedarf, der sich aus der zunehmend dezentralen Stromerzeugung sowie aus neuen großen und potenziell flexiblen Stromverbrauchern wie E-Autos und Wärmepumpen ergibt“, fasst Jun.-Prof. Ruhnau zusammen.
Strommarktdesignthemen bleiben auch auf Übertragungsnetzebene relevant. Über aktuelle Arbeiten zu den Themen „Strommärkte & Übertragungsnetze“ berichtete Jun.-Prof. Dr. Michael Bucksteeg, ebenfalls Research Scientist am EWI. Er gab einen Überblick über die jüngsten Weiterentwicklungen des EWI-eigenen Modells SPIDER, mit dem Übertragungsnetze und der europäische Stromhandel abgebildet werden können. In zwei aktuellen Working Papern von EWI-Wissenschaftlerinnen werden mit diesem Modell unter anderem eine potenzielle Teilung der deutschen Strommarktgebotszone und ein bezüglich dezentraler Flexibilitäten unvollständiger Redispatch untersucht.
Weitere Themenblöcke befassten sich mit den Forschungsarbeiten des EWI zu „Wasserstoff & Versorgungssicherheit“ sowie „Fernwärme & Regulierung“.
Am Nachmittag erhielten wissenschaftliche Mitarbeitende des EWI die Gelegenheit, laufende Forschungsarbeiten im direkten Austausch mit einzelnen Mitgliedern des Beirats zu diskutieren und Feedback für die Weiterentwicklung ihrer Projekte einzuholen. Vorgestellt wurden Arbeiten zu globalen Märkten für grünen Wasserstoff und seine Derivate, zu Umverteilungseffekten durch grenzüberschreitenden Stromhandel, zur Reform des deutschen Regelenergiemarktes sowie zur optimalen Vermarktung erneuerbarer Energien in sequentiellen Strommärkten. „Für uns ist es sehr hilfreich, unsere Forschung mit so hochrangigen und international renommierten Persönlichkeiten diskutieren zu können“, sagte Jun.-Prof. Dr. Oliver Ruhnau. „Der Input des Beirats ist äußerst wertvoll und motivierend für unsere weitere Arbeit.“
Zum Abschluss des Treffens sprach der Beirat Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Instituts an die wissenschaftliche Leitung aus. Das Gremium würdigte insbesondere die methodische Stärke des EWI und das breite Themenspektrum. „Das EWI forscht zu den relevanten und drängenden aktuellen Themen im Energiesektor“, sagte der Beiratsvorsitzende, Prof. Dr. Andreas Löschel von der Ruhr-Universität Bochum. „Die präsentierten Projekte zeigen eindrucksvoll die wissenschaftliche Qualität und die hohen methodischen Standards des Instituts.“
EWI-Direktor Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge sagte: „Wir sind dem Beirat sehr dankbar für den intensiven Austausch und die konstruktiven Impulse. Diese Anregungen sind für die Weiterentwicklung des EWI von großem Wert.“
Der wissenschaftliche Beirat des EWI wurde im Jahr 2020 eingerichtet und ist hochrangig sowie international besetzt. Er tagt mindestens einmal jährlich – meist virtuell, in diesem Jahr in Präsenz –, um das Forschungsprogramm des EWI weiterzuentwickeln. Die aktuellen Mitglieder des Gremiums sind: