News

150 Studierende von 9 europäischen Universitäten verhandeln über Klimaschutz

20. Mai 2019 | Vor wenigen Tagen ging an der Universität zu Köln die 11. CEMS Model UNFCCC zu Ende, kurz COP25 Cologne. EWI-Direktor Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge eröffnete als Gastgeber die Klimaverhandlungen, zu denen mehr als 150 Studierende von 9 europäischen Universitäten anreisten. Nach zwei arbeitsintensiven Tagen mit Plenumssitzungen, Arbeitsgruppen und inoffiziellen Verhandlungen beschlossen die 48 angereisten Delegationen das „Cologne Agreement“ (hier zum Download, auf Englisch). Verglichen mit dem Paris-Abkommen sind die darin enthaltenen CO2-Reduktionsziele noch ambitionierter. Die weltweiten Emissionen sollen spätestens im Jahr 2025 ihren Höhepunkt erreichen. Des Weiteren soll die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius ansteigen.

Wie diese Ziele erreicht werden können, bleibt aber auch in den Modellverhandlungen unklar. So bezogen die Delegierten zwar CCS-Technologien ("Carbon Capture and Storage") in den Sustainable Development Mechanism (SDM) mit ein. Auch sollen Technologietransfers an Entwicklungsländer ausgeweitet werden. Die Delegierten konnten sich allerdings bei anderen wichtigen Themen nicht einigen. So blieben Herausforderungen wie die Treibhausgasminderung des intermationalen Luft- und Seeverkehrs, die Finanzierung des Green Climate Funds oder die Entwicklung eines globales Compliance-Mechanismus ungelöst.

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier (auf Englisch).

EWI untersucht die Auswirkungen einer Strompreissteigerung auf die NE-Metallindustrie

13. Mai 2019 | Im Auftrag der WirtschaftsVereinigung Metalle e.V. analysierte das EWI die Auswirkungen einer Strompreissteigerung auf die Bruttowertschöpfung exemplarischer Unternehmen der NE-Metallindustrie. Die Strombezugspreise der Betriebe der NE-Metallindustrie schwankten im Jahr 2017 zwischen 3,6 ct/kWh für eine Aluminiumelektrolyse und 14,0 ct/kWh für ein kleines Kupferwalzwerk. Die großen Unterschiede sind vor allem auf die abweichenden Entlastungsregelungen zurückzuführen. Im Vergleich zu anderen Branchen des verarbeitenden Gewerbes ist die Stromkostenintensität in der Metallindustrie mit durchschnittlich 14,5 % am höchsten, eine Strompreiserhöhung hat daher vergleichsweise starke Auswirkungen.

Eine Erhöhung der Strombezugspreise um 1,0 ct/kWh würde die Bruttowertschöpfung der Metallindustrie um 439 Mio. Euro (2,3 %) senken. Davon betroffen wäre vor allem die Aluminiumelektrolyse mit 15 Mio. Euro (24 %). Die gleiche Strompreiserhöhung vermindert die Bruttowertschöpfung des großen Aluminiumwalzwerks um 6 Mio. Euro (3,5 %), während sie beim großen Kupferwalzwerk zu einer Reduzierung von 4 Mio. Euro (2,1 %) führen würde. Die Bruttowertschöpfung des kleinen Kupferwalzwerks würde um 199.000 Euro (0,5 %) sinken.

[Pressemitteilung EWI] [Studie zum Download]

Living Energy Conference 2019: Keine Grenzen für Hafensysteme

30. April 2019 | Die Herausforderungen von Elektrifizierung und Smart Energy für Hafensysteme sowie die Forschungsfragen, die sich daraus ergeben – das waren die großen Themen der Living Energy Conference 2019 in Rotterdam. „Die Connected Port Deep Dive“ war die zweite Veranstaltung der Living Energy Conferences, die das EWI gemeinsam mit dem Erasmus Centre for Future Energy Business an der Rotterdam School of Management, Erasmus University (RSM) veranstaltete. Während der Konferenz wurde klar, dass Energiewende und Digitalisierung nicht simultan stattfinden, sondern sich gegenseitig ergänzen. Sie bieten gewaltige Möglichkeiten, die vor geographischen Grenzen keinen Halt machen und auch organisatorisch neue Fragen aufwerfen.

Nico van Dooren, Direktor Energie und Industrie des Hafens von Rotterdam, sagte: „Wir haben drei Schritte definiert, um in der Lage zu sein, die globale Erderwärmung bis 2050 auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen. Diese Schritte scheinen chronologisch zu sein. Aber angesichts der Komplexität der Transformation, der sowohl der Hafen als auch die Gesellschaft ausgesetzt sind, ist alles miteinander verbunden. Wir brauchen CCUS, große Offshore-Windanlagen, Waste-to-Chemical-Projekte; und wir müssen all unsere Transport- und Logistikketten nachhaltig gestalten. Um dieses Ziel in allen Sektoren und Märkten zu erreichen, arbeitet der Hafen multidisziplinär und freut sich auf neue Anwendungen und digitale Möglichkeiten – sowie die Forschungsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben.“

Shell hat seine Geschäftsfelder in den vergangenen Jahrzehnten erweitert. Stijn van Els, ehemaliger Deutschlandchef von Shell und kürzlich als Aufsichtsrat des Übertragungsnetzbetreibers TenneT ernannt, erklärte: „Shells Vermögenswerte in Öl, Gas und Wasserstoff in Deutschland sind sehr wertvoll, doch seine Beziehungen zu den Kunden sind es umso mehr. Shell investiert viel, um neue Verbindungen zu knüpfen und auf die schon existierenden aufzubauen. Zum Beispiel hat Shell kürzlich die drei Unternehmen Sonnen, New Motion und First Utility übernommen sowie das Wasserstoff-Netzwerk und Joint Venture H2 Mobility Deutschland ausgebaut.“

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier (auf Englisch).

Kohle auf der ganzen Welt: Das war die EWI Energy Debate

9. April 2019 | In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ist der Ausstieg aus der kohlebasierten Stromerzeugung ein wichtiges klimapolitisches Ziel. Trotzdem ist Kohle immer noch die wichtigste Energiequelle auf der Welt und ermöglicht gerade Schwellenländern ein enormes wirtschaftliches Wachstum. Bei der diesjährigen EWI Energy Debate stand die Frage im Mittelpunkt, mit welchen Instrumenten sich die globale Abhängigkeit reduzieren und wie sich der geplante deutsche Kohleausstieg im globalen Kontext interpretieren lässt. Und das Thema traf offenbar einen Nerv: Mehr als 100 Interessierte waren zur Debatte erschienen.

Nach der Begrüßung durch EWI-Direktor Prof. Dr. Wolfgang Ketter, der auch durch den weiteren Abend führte, präsentierten Max Schönfisch und Max Gierkink zunächst eigene Forschungsergebnisse des Instituts: Mittels einer vergleichenden Szenarioanalyse hat das EWI Auswirkungen des deutschen Kohleausstiegs, wie er von der Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" vorgeschlagen wurde, untersucht. Deutlich wurde: Während im Referenzszenario das nationale Klimaziel für den Energiesektor für das Jahr 2030 deutlich verfehlt wird, lassen sich im Kohleausstiegsszenario die CO2-Emissionen deutlich reduzieren und das Ziel einhalten [siehe Präsentation zum Download].

Anschließend stellte Dr. Mark C. Thurber, Direktor des Programms für Energie und nachhaltige Entwicklung an der Stanford-Universität, sein neues Buch "Kohle" vor. Darin analysiert er insbesondere die Rolle des Energieträgers auf der Welt und betont die Bedeutung, die Schwellenländern in der globalen Klimapolitik zukommt [siehe Präsentation zum Download].

Prof. Dr. Axel Ockenfels (Universität zu Köln) identifizierte das Scheitern internationaler Kooperation in Sachen Klimaschutz als das größte Problem. Reziprozität sei der Schlüssel, und die lasse sich durch CO2-Bepreisung fördern. In der anschließenden Podiumsdiskussion betonte Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, ebenfalls Direktor des EWI, die Verteilung der Kosten der Energiewende und die dahinter stehende soziale Dimension werde viel zu wenig diskutiert.

[Agenda] 

EWI erhält neue Struktur und Finanzierung

19. Februar 2019 | Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) entwickelt sich wissenschaftlich und strukturell weiter. Das EWI wurde im Herbst 2018 in eine neue gemeinnützige GmbH eingebracht, welche auch die Aktivitäten der ewi Energy Research & Scenarios gGmbH (ewi ER&S) weiterführen wird. Die neue Gesellschaftsform ermöglicht ab 2019 eine institutionelle Förderung durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE). Die Landesförderung dient der Absicherung der Grundfinanzierung des Instituts und soll jährlich bis zu 800 Tausend Euro betragen.

Einen wesentlichen neuen Schwerpunkt sollen zukünftig insbesondere die technischen, ökonomischen und regulatorischen Zukunftsfragen einer dezentralen, digitalisierten Energiewirtschaft bilden. Die bisherigen Aktivitäten werden auf dem bekannt hohen Niveau fortgeführt. Die neue EWI gGmbH wird derzeit von Prof. Marc Oliver Bettzüge als kommissarischem Geschäftsführer geleitet. Dr. Christina Elberg, bislang Geschäftsführerin von ewi ER&S, ist zum 1. Januar 2019 auf eigenen Wunsch und in bestem Einvernehmen mit den EWI-Gremien zu innogy in Essen gewechselt. [Pressemitteilung EWI] [Pressemitteilung Land NRW]

EWI trauert um Prof. Dr. Felix Höffler

Prof. Dr. Felix Höffler

12. Februar 2019 | Das EWI trauert um seinen Direktor Prof. Dr. Felix Höffler, der am 4. Februar 2019 nach längerer, schwerer Krankheit verstorben ist. 

Felix Höffler wurde im Jahr 2011 zum Professor für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität zu Köln und zum Direktor des EWI ernannt. Im Jahr 2016 übernahm er zusätzlich noch das Amt des Direktors des Instituts für Wirtschaftspolitik (iwp) an unserer Universität. Er hat diese Ämter mit höchstem wissenschaftlichen Anspruch, persönlicher Geradlinigkeit und ausgeprägter Orientierung am jeweiligen Wohl des Ganzen ausgeübt. Sein Wirken am EWI hat das Ansehen des Instituts sowie dessen wissenschaftliche Leistungsfähigkeit in hohem Maße gemehrt. Insbesondere seine vielen erfolgreichen Doktorandinnen und Doktoranden sind ihm zu großem Dank verpflichtet. 

Seine schwere Erkrankung hat Felix Höffler mit einer bewundernswerten Haltung getragen, und er hat sich mit größtem Verantwortungsbewusstsein bis zuletzt in die Aktivitäten des Instituts eingebracht. 

Wir verlieren einen herausragenden Ökonomen, einen großartigen Kollegen und Mentor und einen einzigartigen Menschen. Wir werden ihn vermissen und ihm stets ein ehrendes Angedenken bewahren. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, die nach einem Leidensweg nun viel zu früh auf ihn verzichten muss.

Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Prof. Dr. Wolfgang Ketter als Direktoren des EWI mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern