EWI-Energietagung: Energiekrise und Transformation

EWI-Energietagung: Energiekrise und Transformation
2. Dezember 2022 |

Gasmarkt, Industrieland NRW, Stadtwerke, Strom und Wasserstoff – zahlreiche Fachleute diskutieren bei der EWI-Energietagung über die aktuelle Energiekrise und ihre Folgen für die Energiemärkte in Deutschland und Europa.

Bei der EWI-Energietagung diskutierten zahlreiche Fachleute aus Energieökonomik und -praxis über die aktuelle Energiekrise und ihre Folgen für den deutschen und europäischen Energiemarkt. In mehreren Themenblöcken ging es um den Gasmarkt, das Industrieland NRW, Stadtwerke, den Strommarkt sowie den Energieträger Wasserstoff.

„Energie ist ein essentielles und wohl dauerhaft knappes Gut in der energetischen Transformation“, sagte EWI-Direktor Professor Marc Oliver Bettzüge bei der Eröffnung der Veranstaltung in der Kölner Fritz Thyssen Stiftung. Unter den mehr als 100 Gästen waren prominente Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, wie Prof. Veronika Grimm (Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg/Sachverständigenrat), Prof. Michael Hüther (Institut der deutschen Wirtschaft), Karsten Bourwieg (Bundesnetzagentur), Catharina Friedrich (rhenag Rheinische Energie AG), Eva Hennig (Thüga AG), Prof. Dieter Bathen (Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft) und Klaus Schäfer (Covestro).

Neubaur: Aktuelle Lage beschleunigt die Transformation

NRW-Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur sprach in einer Keynote-Videobotschaft über Nordrhein-Westfalen als Industrieland 2.0 und dass „die aktuelle Lage die Transformation noch beschleunigen wird“.

Klaus-Dieter Maubach, Vorstandsvorsitzender von Uniper, wies zum Thema „Gasmarkt – Von der Brücke zum Sorgenkind?“ darauf hin, dass Deutschland im LNG-Markt insbesondere mit dem asiatischen Markt im intensiven Wettbewerb stehe. „Wenn Deutschland den Einstieg auf dem LNG-Markt verpasst, wird es Gas immer kurzfristig zu höheren Preisen beschaffen müssen“, sagte Uniper-Chef Maubach.

Stadtwerke zwischen Energiekrise und Transformation

Zweites Thema war „Industrieland NRW 2.0 – Was bringt der neue Koalitionsvertrag?“ zur Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Nordrhein-Westfalen. Das aktuelle Zweijahresgutachten des Expertenrats für Klimafragen (ERK) stellte ERK-Vorsitzender Prof. Hans-Martin Henning, Direktor des Fraunhofer ISE Freiburg, vor. In dem Gutachten geht es um die Entwicklung der Treibhausgasemissionen seit dem Jahr 2000. Auch EWI-Direktor Bettzüge ist Teil des Rates.

Zum Thema „Stadtwerke zwischen Energiekrise und Transformation“ sprach Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender RheinEnergie, in seinem Impuls. Die Stadtwerke stehen derzeit mit der aktuellen Energiekrise und der anstehenden Transformation vor gleich zwei Herausforderungen. Vor allem der CAPEX-intensive Bereich wachse aktuell sehr stark, sagte Feicht.

Energiewirtschaftliches Dreieck unter Druck

Zur Versorgungssicherheit im Stromsektor war Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) aus Berlin zugeschaltet. „Alle drei Aspekte des energiewirtschaftlichen Dreiecks aus sauberer, sicherer und bezahlbarer Energie sind unter Druck geraten“, so Andreae.

Aktuelle Forschung aus dem EWI präsentierten Julian Keutz (Szenarien für die Preisentwicklung von Energieträgern unter Unsicherheit), Berit Hanna Czock (Rolle von Batteriespeichern im Übertragungsnetz) und Michael Moritz (Dekarbonisierung des globalen Stahlsektors). Den Abschluss bildete das Thema „Wasserstoff – Strategien, Instrumente, Umsetzung“.

Unabhängige Forschung als Fundament für erfolgreichen Wandel

Die Energietagung fand in Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF), deren Mitglied das EWI ist, statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jan Hauser von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Das Schlusswort fand NRW-Ministerin Neubaur bereits zu Beginn der Tagung: „Das Fundament für erfolgreichen Wandel ist unabhängige Forschung. Bitte machen Sie so weiter!“

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