Das künftige Energieversorgungssystem muss flexibler ausgestaltet werden. Denn die Energiewende und der Ausbau der erneuerbaren Energien führen mittelfristig dazu, dass das zeitliche und örtliche Stromangebot nicht immer mit der Nachfrage übereinstimmt. Wie können also optimale Energiespeicher und Flexibilitätsoptionen in einem integrierten Strom-, Gas- und Wärme-System aussehen?
Das Projekt „Kompetenz-Zentrum Virtuelles Institut – Strom zu Gas und Wärme„ ist ein Folgeprojekt des „Virtuellen Instituts – Strom zu Gas und Wärme„. Das Kompetenz-Zentrum ist in zwei Teilprojekte gegliedert: Die techno-, sozioökonomische und ökologische Systemanalyse sowie die experimentelle Forschungsinfrastruktur. Sie umfassen sowohl den Aufbau von Demonstrationsanlagen als auch die Bearbeitung systemischer Fragen:
Techno-, sozioökonomische und ökologische Systemanalyse
- Systemmodellierung zur Identifikation von innovativen und zukunftsfähigen Anwendungen im NRW-Leitmarkt „Energie- und Umweltwirtschaft“
- Life Cycle Assessment und Kritikalitätsanalyse von Einzeltechnologien und Technologiepfaden
- Bewertung des Einsatzes und der Auswirkungen alternativer Kraftstoffe für die Entwicklung der künftigen regionalen Infrastruktur
Experimentelle Forschungsinfrastruktur
- „Demonstration der Flexibilitätsoptionen“: Charakterisierung und Modellierung der Demonstrationsanlage, Optimierungsansätze zur Steigerung der Flexibilität
- „Power-to-Heat im zukünftigen Energiesystem“: Erweiterung der Demonstrationsanlage um die Flexibilitäts-Option Power-to-Heat inkl. Analysen zur Integrierbarkeit in das nordrhein-westfälische Energiesystem
- „Demonstration der Flexibilitätsoptionen“: Upscaling einer Power-to-Gas-Gesamtanlage in einen energiewirtschaftlich relevanten Maßstab
- “Smart Heating“: Power-to-Heat-Systeme in Wohngebäuden
- „Power2C4“: Entwicklung eines Power2X-Verfahrens zur Herstellung des Gases Butadien
Im Arbeitspaket „Systemmodellierung zur Identifikation von innovativen und zukunftsfähigen Anwendungen“ betrachtet das EWI gemeinsam mit seinen Partnern einzelne Flexibilisierungsoptionen in den Bereichen Power-to-Gas, Power-to-Heat, Power-to-Fuel (PtX) und Nachfragesteuerung (Demand-Side Management) nach Branchen und Sektoren. Hierbei entwickelt das Institut die techno-ökonomische Abbildung der verschiedenen Technologieoptionen in der sektorenübergreifenden Modelllandschaft weiter.
Damit wird die Basis für eine detaillierte Systembetrachtung der Flexibilitätsoptionen gelegt, mittels welcher die Konkurrenzsituation im Markt untersucht werden kann. Hierbei werden auch Investitionsstrategien in Industrie, privaten Haushalten sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistung (GHD) sowie die Wettbewerbsfähigkeit einzelner innovativer Technologien im Gesamtsystem berücksichtigt.
Außerdem wird die räumliche Dimension hinsichtlich Standortwahl von Technologien vor dem Hintergrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien und der notwendigen Stromnetz- bzw. Gasnetz-Verfügbarkeiten unter Berücksichtigung regionalspezifischer Vorteile des Bundeslandes NRW im Rahmen verschiedener Szenarien untersucht. Zudem werden dafür relevante Anwendungsfälle in NRW identifiziert sowie eine Roadmap für eine nachhaltige Transformation des Industriesektors in NRW unter Berücksichtigung von PtX-Technologien entwickelt.