Großwärmepumpen stellen eine Möglichkeit dar, fossile Wärmeerzeuger in Wärmenetzen und der Industrie im Zuge der Wärmewende zu ersetzen. Diese Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) bereitet den aktuellen Stand der Technik und Herausforderungen im Bereich Großwärmepumpen auf. Darüber hinaus werden empirische Daten zu öffentlich angekündigten Großwärmepumpenprojekten in Deutschland erhoben und analysiert. Durch eine Regressionsanalyse werden Investitionskostenfunktionen abgeleitet und mit Literaturwerten verglichen.

Die Ergebnisse der Analyse „Großwärmepumpen: Markthochlauf und Kosten in Deutschland – eine empirische Analyse“ zeigen, dass der Markt für Großwärmepumpen vor einer dynamischen Wachstumsphase steht und zum Jahr 2030 eine Versechsfachung der installierten Leistung angekündigt ist. Dieser flächendeckende Markthochlauf zeigt sich nicht nur in der steigenden Anzahl der Projekte, sondern auch in einer Zunahme der projektspezifischen Einzelleistung. Einsatzgebiet ist vor allem die Wärmeerzeugung in Wärmenetzen. Im Zuge des Markthochlaufs findet ein Wandel bei den genutzten Wärmequellen statt: Während Bestandsanlagen primär Abwärme nutzen, konzentrieren sich neue Planungen verstärkt auf die Erschließung von Gewässern und Abwasser als Wärmequelle. Eine Analyse der Investitionskosten bestehender Projekte zeigt, dass projektspezifische Faktoren die Investitionskosten stark dominieren und der Zusammenhang zwischen Leistung und Kosten gering ausfällt. Skaleneffekte treten vor allem in Form leistungsunabhängiger Fixkosten auf. Im Gegensatz dazu zeigen geplante Projekte im Vergleich zum Bestand eine deutlich geringere Kostenstreuung und einen stärkeren Einfluss der installierten Leistung auf die Kosten. Die Investitionskosten realer Projekte liegen deutlich über den Kostenschätzungen vieler Quellen aus der Sekundärliteratur. Diese Erkenntnis unterstreicht, dass Primärdaten für realistische Kostenschätzungen essenziell sind.