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Kohle auf der ganzen Welt: Das war die EWI Energy Debate

In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ist der Ausstieg aus der kohlebasierten Stromerzeugung ein wichtiges klimapolitisches Ziel. Trotzdem ist Kohle immer noch die wichtigste Energiequelle auf der Welt und ermöglicht gerade Schwellenländern ein enormes wirtschaftliches Wachstum. Bei der diesjährigen EWI Energy Debate stand die Frage im Mittelpunkt, mit welchen Instrumenten sich die globale Abhängigkeit reduzieren und wie sich der geplante deutsche Kohleausstieg im globalen Kontext interpretieren lässt. Und das Thema traf offenbar einen Nerv: Mehr als 100 Interessierte waren zur Debatte erschienen.

Nach der Begrüßung durch EWI-Direktor Prof. Dr. Wolfgang Ketter, der auch durch den weiteren Abend führte, präsentierten Max Schönfisch und Max Gierkink zunächst eigene Forschungsergebnisse des Instituts: Mittels einer vergleichenden Szenarioanalyse hat das EWI Auswirkungen des deutschen Kohleausstiegs, wie er von der Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" vorgeschlagen wurde, untersucht. Deutlich wurde: Während im Referenzszenario das nationale Klimaziel für den Energiesektor für das Jahr 2030 deutlich verfehlt wird, lassen sich im Kohleausstiegsszenario die CO2-Emissionen deutlich reduzieren und das Ziel einhalten [siehe Präsentation zum Download].

Anschließend stellte Dr. Mark C. Thurber, Direktor des Programms für Energie und nachhaltige Entwicklung an der Stanford-Universität, sein neues Buch "Kohle" vor. Darin analysiert er insbesondere die Rolle des Energieträgers auf der Welt und betont die Bedeutung, die Schwellenländern in der globalen Klimapolitik zukommt [siehe Präsentation zum Download].

Prof. Dr. Axel Ockenfels (Universität zu Köln) identifizierte das Scheitern internationaler Kooperation in Sachen Klimaschutz als das größte Problem. Reziprozität sei der Schlüssel, und die lasse sich durch CO2-Bepreisung fördern. In der anschließenden Podiumsdiskussion betonte Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, ebenfalls Direktor des EWI, die Verteilung der Kosten der Energiewende und die dahinter stehende soziale Dimension werde viel zu wenig diskutiert.

[Agenda]

EWI erhält neue Struktur und Finanzierung

19. Februar 2019 | Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) entwickelt sich wissenschaftlich und strukturell weiter. Das EWI wurde im Herbst 2018 in eine neue gemeinnützige GmbH eingebracht, welche auch die Aktivitäten der ewi Energy Research & Scenarios gGmbH (ewi ER&S) weiterführen wird. Die neue Gesellschaftsform ermöglicht ab 2019 eine institutionelle Förderung durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE). Die Landesförderung dient der Absicherung der Grundfinanzierung des Instituts und soll jährlich bis zu 800 Tausend Euro betragen.

Einen wesentlichen neuen Schwerpunkt sollen zukünftig insbesondere die technischen, ökonomischen und regulatorischen Zukunftsfragen einer dezentralen, digitalisierten Energiewirtschaft bilden. Die bisherigen Aktivitäten werden auf dem bekannt hohen Niveau fortgeführt. Die neue EWI gGmbH wird derzeit von Prof. Marc Oliver Bettzüge als kommissarischem Geschäftsführer geleitet. Dr. Christina Elberg, bislang Geschäftsführerin von ewi ER&S, ist zum 1. Januar 2019 auf eigenen Wunsch und in bestem Einvernehmen mit den EWI-Gremien zu innogy in Essen gewechselt. [Pressemitteilung EWI] [Pressemitteilung Land NRW]

EWI trauert um Prof. Dr. Felix Höffler

Prof. Dr. Felix Höffler

Das EWI trauert um seinen Direktor Prof. Dr. Felix Höffler, der am 4. Februar 2019 nach längerer, schwerer Krankheit verstorben ist. 

Felix Höffler wurde im Jahr 2011 zum Professor für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität zu Köln und zum Direktor des EWI ernannt. Im Jahr 2016 übernahm er zusätzlich noch das Amt des Direktors des Instituts für Wirtschaftspolitik (iwp) an unserer Universität. Er hat diese Ämter mit höchstem wissenschaftlichen Anspruch, persönlicher Geradlinigkeit und ausgeprägter Orientierung am jeweiligen Wohl des Ganzen ausgeübt. Sein Wirken am EWI hat das Ansehen des Instituts sowie dessen wissenschaftliche Leistungsfähigkeit in hohem Maße gemehrt. Insbesondere seine vielen erfolgreichen Doktorandinnen und Doktoranden sind ihm zu großem Dank verpflichtet. 

Seine schwere Erkrankung hat Felix Höffler mit einer bewundernswerten Haltung getragen, und er hat sich mit größtem Verantwortungsbewusstsein bis zuletzt in die Aktivitäten des Instituts eingebracht. 

Wir verlieren einen herausragenden Ökonomen, einen großartigen Kollegen und Mentor und einen einzigartigen Menschen. Wir werden ihn vermissen und ihm stets ein ehrendes Angedenken bewahren. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, die nach einem Leidensweg nun viel zu früh auf ihn verzichten muss.

Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Prof. Dr. Wolfgang Ketter als Direktoren des EWI mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Termine

PASS 2019

25.-26. Juli 2019, Cologne | During the past decade IS/IT research has moved beyond its earlier primary concern regarding the centrality of IS/IT construct to include the vitality of IS/IT constructs for a vast array of problem domains. The workshop on Policy, Awareness, Sustainability, and Systems (PASS) is an initiative workshop for Information Technology and Systems to encourage forward-looking research in terms of problem domains, technological and methodological scope and its potential impact. For further information please follow the link.